Methodik.

Die intensive Förderung der Kinder und Jugendlichen mit Autismus beruht auf einer individuellen Förderplanung, die sich auf alle Entwicklungsbereiche bezieht. Die Grundlage dieser Förderung bilden die heilpädagogische Diagnostik in Form von Beobachtung sowie das Entwicklungs- und Verhaltensprofil für Kinder (PEP-R) und für Jugendliche und Erwachsene (AAPEP).

Die Besonderheiten der autistischen Störung haben erheblichen Einfluss auf die Lernprozesse der Kinder. Wie andere Kinder über Nachahmung und verbale Wissensvermittlung zu lernen, ist für sie nur eingeschränkt möglich. Daher sind besondere Hilfen, die umfassend ansetzen sowie eine spezielle Gestaltung der Lernsituation erforderlich. Die zielgerichtete Förderung des Kindes bzw. Jugendlichen in der Fördertagesgruppe setzt an den Stärken und Interessen an und begegnet dem meist unebenen Entwicklungsprofil mit individuellen Materialien und Aufgaben. Die ganzheitliche Förderung in der Tagesgruppe beruht auf einer Vielzahl autismusspezifischer, individuell eingesetzter Methoden und Förderansätze. Hierzu gehören die Visualisierung und Strukturierung nach dem TEACCH Ansatz, das Führen in problemlösenden Alltagsgeschehnissen nach Affolter, die unterstützte Kommunikation und Sprachanbahnung uvm.

Insbesondere beim frühkindlichen Autismus kommt es häufig zu einer gestörten Sprachentwicklung. Beeinträchtigt sind hierbei nicht nur die verbale Sprache, sondern auch die nonverbalen Ausdrucksfähigkeiten und das Sprachverständnis. Als Ursachen hierfür sind die gestörte auditive und orofaziale Wahrnehmung, sowie die eingeschränkte Fähigkeit, zu imitieren, zu nennen. Ein weiterer entscheidender Faktor ist das bereits im Baby- und Kleinkindalter fehlende Interesse zu kommunizieren. Da in der Tagesgruppe die Kommunikationsfähigkeit ein wichtiger Förderschwerpunkt ist, setzen wir verschiedenste Therapiemethoden ein, um den Beeinträchtigungen entgegenzuwirken:

– Hörtontrainer (zur Verbesserung der auditiven Wahrnehmung; Richtungshören, lautstärkendifferenzierte Wahrnehmung)
– Mundstimulation und Sprachfunktionsübungen (zur Verbesserung der orofazialen Wahrnehmung)
– Verbesserung der Imitation mittels verhaltenstherapeutischer Lernprogramme
– Verbesserung des Sprachverständnisses (Arbeit mit  realen Gegenstände, Bildkarten etc.)
– Verhaltenstherapeutische Sprachanbahnung und -aufbau (Blickkontakt einfordern, Imitation von Lauten, Silben, ganzen Wörtern)

Neben der gezielten Förderung in den Räumlichkeiten der Fördertagesgruppe ist die Eltern- und Familienarbeit ein unverzichtbarer Schwerpunkt. Im Mittelpunkt stehen die Vermittlung von Verständnis für das Verhalten des Kindes, Hilfen für den alltäglichen Umgang mit dem Kind und konkrete Anleitungen für eine beständige Entwicklungsförderung.

Häusliche Interventionen, Elterngespräche, Kriseninterventionen, Elterngesprächskreise, Elternweiterbildungen sowie ein gemeinsames Elternwochenende stellen den Rahmen einer intensiven Betreuung und Beratung der Familie dar.