Leistungen.

 

In Anbetracht der Komplexität und äußerst individuellen Ausprägung autistischer Merkmale beim einzelnen Menschen, sowie deren tiefgreifenden Auswirkungen auf die alltägliche Lebensgestaltung, stützt sich die Arbeit des Förderzentrums auf drei wesentliche Förderbereiche: Schulbegleitung, Hausintervention und ambulante Förderung im „Leuchtturm“. In allen Förderbereichen findet ein mehrdimensionaler Ansatz Anwendung. Nur so ist es möglich, betroffene Personen derart zu fördern und zu unterstützen, dass sie zu einer möglichst selbstständigen Lebensführung und Alltagsgestaltung fähig sind.

Schulbegleitung

Ziel der Schulbegleitung ist das Schaffen einer Grundlage, durch die die betroffenen Personen ein weitestgehend selbstständiges und gesellschaftlich sowie beruflich integriertes Leben führen können. Daher zielt diese Maßnahme auf eine tendenzielle Rücknahme der Unterstützung.

Nach einer individuellen Bedarfsermittlung erfolgt eine autismusspezifische Förderung, die u.a. folgende Ziele verfolgt:

– individuelle Unterstützung, Begleitung und Interessenvertretung im Schulalltag
– Organisation des Lernens nach dem TEACCH-Prinzip
– Eine am individuellen Bedarf abgestimmte Analyse der Schul-, Klassen- und Lernsituation
– Unterstützung in Konfliktsituationen und Erarbeitung von Bewältigungsstrategien
– Kleinschrittige Anpassung, Strukturierung und Visualisierung von Aufgaben
– Setzen von Handlungsimpulsen
– Erarbeitung von Kompensationsstrategien
– Förderung der nonverbalen Kommunikation
– Stützer bei der Gestützten Kommunikation sein und Hilfestellungen geben
– Mittler bei der Anwendung unterstützender Kommunikationsmittel sein
– Rückzugsmöglichkeiten bei Reizüberflutungen gestalten
– Erarbeitung, Erläuterung und Einführung von Verstärkerplänen
– Strukturierung der Lernumgebung
– Einführung geeigneter autismusspezifischer Hilfsmittel für den jeweiligen Klienten und zur Weiterführung für das Schulpersonal+Gestaltung von Pausen und Lernanlässen nach individuellen Erfordernissen

Hausintervention

Bei autistischen Menschen kommt es häufig zu unangemessenem und zum Teil auch aggressivem Verhalten im Elternhaus. Ziel der Hausintervention ist es, den Eltern Hilfen und Strategien für den Umgang mit dem autistischen Kind zu vermitteln, um auffälliges Verhalten zu mindern. Auch die Verbesserung der Geschwisterbeziehung ist ein wesentliches Ziel der Hausintervention.

 

Weitere Förderziele in Abhängigkeit vom Bedarf im Einzelfall:

– Transfer erlernter Fertigkeiten und Fähigkeiten ins Elternhaus
– Entwickeln und Festigen von Fähigkeiten und Handlungsstrategien im sozialen Kontext
– Aufnahme und Gestaltung von sozialen Kontakten
– verbale und nonverbale Kommunikationsformen kennenlernen und einsetzen zur sozialen Interaktion
– Verbesserung von Selbst- und Fremdwahrnehmung
– Strukturierung des Alltags und lebenspraktischer Fertigkeiten
– Strategien erlernen, um Reizüberflutung entgegenzuwirken und somit Rückzug, repetetives Verhalten, Stereotypien, Aggressionen u.a. zu mildern
– Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit

Ambulantes Angebot

Das ambulante Angebot des „Leuchtturms“ findet in unterschiedlichen Settings statt. Es unterteilt sich in ambulante Einzelförderung sowie soziales Kompetenztraining in Gruppen.

Bei der ambulanten Einzelförderung arbeitet der Klient mit einer Störung aus dem Autismus-Spektrum allein und in einem geschützten Rahmen u.a. an folgenden Zielen:

– Entwickeln und Festigen von Fähigkeiten und Handlungsstrategien im sozialen Kontext
– Aufnahme und Gestaltung von Kontakten
– verbale und nonverbale Kommunikationsformen kennenlernen und einsetzen zur sozialen Interaktion
– Verbesserung von Selbst- und Fremdwahrnehmung
– Strukturierung des Alltags und lebenspraktischer Fertigkeiten
– Strategien erlernen, um Reizüberflutung entgegenzuwirken und somit Rückzug, repetetives Verhalten, Stereotypien, Aggressionen u.a. zu mildern
– Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit

Beim sozialen Kompetenztraining in Gruppen bestehen die Gruppen aus mindestens zwei annähernd gleichaltrigen Kindern bzw. Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung sowie den Bezugspädagogen jedes einzelnen Klienten.  Ziel ist es, eine transparente und verständliche soziale Situation zu schaffen, in der die Teilnehmer sich dem Kontakt mit anderen öffnen. Das positive Erleben und Verstehen sozialer Situationen bildet die Grundlage und Motivation für das soziale Lernen.

Ziele im gruppentherapeutischen Setting:

– (soziale) Initiative ergreifen
– aufeinander reagieren
– Kontakt (angemessen) gestalten
– miteinander etwas tun / kooperieren
– Regeln einhalten (Gruppenregeln, Spielregeln, allgemeine soziale Regeln)
– warten können
– sich abwechseln
– miteinander teilen
– verlieren können
– sich (vor anderen) etwas trauen
– sich entscheiden
– Kompromisse finden und akzeptieren
– Aufforderungen folgen
– Umgang mit Frustration und Kritik
– Gefühle erkennen und (angemessen) ausdrücken
– Verhalten unterlassen, das andere stört / Selbstkontrolle
– Aufklärung über Autismus-Spektrum-Störungen
– Reflexion und Training alltagspraktischer Tätigkeiten (z.B. Verabredungen treffen, Telefonate führen, Körperhygiene)