Ferienfahrt Ostern 2018

Ferienfahrt Ostern 2018

In den Osterferien war die Fördertagesgruppe für das Projekt des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes unter dem Motto „Klettern, bauen, knobeln“ im Bildungs- und Freizeitzentrum Wolmirstedt.

Die Kinder und Jugendlichen haben sich viel und aktiv bewegt. Sie haben an einer Stadtrallye teilgenommen und eine Kugelbahn gebaut. Zudem wurde auf dem großen Spielplatz der Jugendherberge sowie im Abenteuerland Magdeburg (ALM) in der Mittagstraße geklettert und gespielt. Auch beim Kegeln in Farsleben wurde voller Einsatz gezeigt. 

Das Highlight war der Parkour-Workshop in der alten Brauereistraße, bei welchem die Kinder Hindernisse überwinden mussten und balancieren konnten und so die Wahrnehmung und Motorik gefördert wurde. Für Ostern wurde ein Kästchen mit Farbe bemalt und als Ostergeschenk kreativ dekoriert. Am Ende gab es ein Spiel „Schatztransport“, was ebenfalls vielen Kindern gefiel. 

An einem Discoabend konnten die Kinder und Jugendlichen miteinander tanzen und Spaß haben. Die gemeinsame Siegerehrung war ein kleiner Erfolg für die Inklusion.

Erlebnisse in den Winterferien

Erlebnisse in den Winterferien

Winterferien 2018

In den Winterferien waren wir mit den Kindern und Jugendlichen der Fördertagesgruppe im Volksbad Buckau und haben an einem tollen Angebot zur Wahrnehmung der Hände teilgenommen. Bei der Herstellung von „Slime“ konnten die Kinder die verschiedenen Konsistenzen des Slimes fühlen. Hier arbeiteten die Kinder konzentriert mit und waren fasziniert von der klebrigen Masse. Sie formten und kneteten einen Ball. Hierbei wurde die Handmotorik gefördert. Zum Thema Handwahrnehmung wurden in den Nachmittagsstunden in den Räumen der Fördertagesgruppe verschiedene Stationen angeboten: Matschen mit Rasierschaum, Handabdruck und Malen mit Fingermalfarbe, einen Handumriss zeichnen, Handmassage, Fühlen von kalten und warmen Gegenständen, verschiedene Fühlkisten und Fingerspiele. Jedes Kind wurde einzeln begleitet und hatte an jeder Station soviel Zeit, wie es brauchte, alle Reize und Spürinformationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Die Kinder haben diese intensiven Wahrnehmungsreize an den Händen sichtlich genossen.

Im Kletterparadies „Maxi Max“ konnten sich die Kinder austoben, den ganzen Körper beim Trampolin springen, klettern und im Bällebad wahrnehmen. In der Turnhalle wurden neue Bewegungselemente wie Klettern am Kletternetz, Seilspringen und Balancieren auf einem Ball ausprobiert. Viel Spaß hatten die Kinder und Jugendlichen auch bei bekannten Bewegungsaufgaben und -spielen mit dem Schwungtuch, Rollbrett und der Hängematte.

Kreatives Gestalten durfte auch in den Winterferien nicht fehlen. So fertigten Die Kinder einen Schneemann aus Papierschnipseln und gestalteten ein Bild mit Korkdruck.

Insgesamt hatten die Kinder viel Spaß bei den Aktivitäten, waren bei der Sache, haben an ihrer Konzentration, Wahrnehmung und Motorik gearbeitet und gemeinsam in der Gruppe und mit den Pädagogen viel erreicht. Die Ferien boten den Raum und die Zeit, auf die spezifischen Interessen und Potenziale einzugehen.

Verdienstmedaille für Vereinstätigkeit

Verdienstmedaille für Vereinstätigkeit

Verleihung der Verdienstmedaille im Schloss Bellevue 2017

Besuch bei unserem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zur Verleihung der Verdienstmedaille im Schloss Bellevue am 04.12.2017

 

Einladung zur Verleihung der Verdienstmedaille – Der Verein „Autismus Magdeburg“ e.V. gründete sich im April 1995 als Elterninitiative in Form einer Selbsthilfegruppe. Ein Jahr später erfolgte die Eintragung als Verein und seit dem ist er gemeinnützig tätig. Mitglieder des Vereins sind Eltern autistischer Kinder, Fachleute und interessierte Erzieher. Seit Dezember 2005 betreibt der Verein eine vom Jugendamt geförderte Tagesgruppenbetreuung. Zwei Jahre später wurde das ambulante Autismus Förder- und Therapiezentrum „Leuchtturm“ gegründet. Der Förderbedarf ist groß. Beide Einrichtungen des Vereins werden durch ehrenamtliche Tätigkeit der Vorstandsmitglieder betreut und bis 2015 auch ausschließlich ehrenamtlich geleitet. Zurzeit werden insgesamt 30 Kinder und Jugendliche von 24 pädagogischen Mitarbeitern gefördert.

Am 04. Dezember 2017 wurde dieses langjährige Engagement durch unseren Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier gewürdigt. Unsere Vereinsvorsitzende Martina Siesing erhielt die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland und der ganze Vorstand war zu diesem denkwürdigen Anlass ins Schloss Bellevue eingeladen. Dort empfing man uns mit großer Freundlichkeit und Wertschätzung. Bereits am Tag zuvor wurden alle geladenen Gäste ins Schloss gebeten. Es  wurde uns gezeigt und erklärt, was am nächsten Tag passieren wird. Die Atmosphäre war fröhlich und entspannt und man merkte überhaupt nicht, dass man sich in einem Hochsicherheitstrakt befindet. Wir erfuhren viel auch über frühere Bundespräsidenten und manch lustige Begebenheit wurde uns berichtet.

Am 04. Dezember war dann unser großer Tag. Fein herausgeputzt fuhren wir vom Hotel zum Schloss Bellevue. Die bekannte Tagesschausprecherin Susanne Daubner, die übrigens auch aus Sachsen-Anhalt und zwar aus Halle stammt, stellte die insgesamt 25 Ausgezeichneten vor und unser Bundespräsident überreichte den Verdienstorden.

Es war sehr spannend, wer da alles geehrt wurde. Von der Initiative „Rettet die Weißstörche“, über Kämpfer für Patientenrechte, Menschen, die Stasi- oder KZ-Gedenkstätten betreuen, ein Polizist, der Rettungshunde ausbildet, Sportler, Musiker, Ingenieure, Ärzte und Menschen aus der Diakonie oder Behindertenhilfe wie wir.

Auch der bekannte ehemalige Fußballnationalmannschaftsspieler Christoph Metzelder wurde geehrt, denn er hat sich auch schon in seiner aktiven Zeit gegen Kinderarmut, in der Aktion Herzenswünsche und für vieles andere engagiert.

Im Anschluss an die Ordensverleihung gab es einen Empfang, bei dem man uns so richtig verwöhnt hat. Wir stellten fest, dass man sogar so reichhaltige Gerichte wie Wildgulasch mit Rotkohl und Klößen in kleinsten Miniportionen servieren kann, von den uns ganz vielfältige Varianten immer wieder angeboten wurden.

Unser Bundespräsident nahm sich während des gesamten Empfangs Zeit für uns und war so freundlich und natürlich wie er auch im Fernsehen erscheint.

Für uns 5 Vorstandsfrauen war das ein ganz großartiges Erlebnis, das uns noch mehr als ohnehin schon zusammengeschweißt hat.

Nikolaus-Party zu Gunsten des Vereins.

MH-Sports Nikolaus-Party

MH-Sports veranstaltet am 06.12.2015 um 14:00 Uhr am Elbbalkon Magdeburg eine Nikolaus Party. Die Einnahmen der Party sollen dem Verein „Autismus Magdeburg“ zur Verfügung übergeben werden. Damit setzt MH-Sports ein großes Zeichen der Solidarität. Wer am Samstag zuvor um 08:30 Uhr noch freie Kapazitäten hat, kann sich mit einer Laufrunde ein VIP-Band für die Nikolausparty ergattern. Treffpunkt dafür ist am Elbbalkon.

MH-Sports bei Facebook

Erfahrungsbericht: Autismustherapie mit dem Therapiezentrum „Leuchtturm“ Magdeburg.

Erfahrungsbericht: Autismustherapie mit dem Therapiezentrum „Leuchtturm“ Magdeburg.

Als wir nach jahrelangem Diagnostik-Marathon endlich im Frühjahr 2007 den Befund „frühkindlicher Autismus“ vom Sozialpädiatrischen Zentrum Magdeburg (SPZ) schwarz auf weiß erhielten, sah ich mich gezielt nach Hilfe für meinen Sohn um. Der Verdacht auf Autismus bei Robbie bestand schon seit er 2 ½ Jahre alt war, jedoch mussten erst sämtliche andere in Frage kommenden Ursachen für seine Verhaltensauffälligkeiten widerlegt werden. Seitens des SPZ wurde ich auf den Verein „Autismus-Magdeburg“ aufmerksam gemacht, alles Weitere lag nun bei mir.

Im Internet fand ich schnell die Homepage des Vereines, notierte mir Telefonnummern und nahm Kontakt zu Frau Hilgendorf auf. Sehr bald vereinbarten wir einen Hausbesuchstermin. Frau Hilgendorf (ein Vereinsmitglied) kam zusammen mit Frau Rickert (Mitarbeiterin der Ambulanz) zu uns nach Haus, um unsere Familie kennen zu lernen und machten mir sofort ein konkretes Hilfsangebot für meinen Sohn. Zu unserem Glück stand die Eröffnung der Autismus-Ambulanz „Leuchtturm“ bevor, wo Robbie durch Frau Rickert therapeutische Hilfe bekommen würde.

Zu allererst mussten jedoch behördliche Hürden genommen werden. Nach Beantragung der Eingliederungshilfe beim zuständigen Jugendamt und weiteren Monaten Wartezeit wegen der Bearbeitung legten wir endlich im September 2007 in der Ambulanz los. Natürlich hatte ich auch meine Zweifel. Schließlich bekam mein Sohn schon seit seinem 1. Lebensjahr fördernde Therapien, z. B. Physio-, Ergo- u. Musiktherapie sowie logopädische Betreuung. Er geht in einen integrativen Kindergarten. Also stellte ich mir auch die Frage: Was ist anders bei der Förderung in der Ambulanz „Leuchtturm“? Welche Ergebnisse lassen sich erzielen?

Um Antworten zu bekommen beschloss ich, keine Möglichkeit auszulassen, um meinem Sohn und auch der Familie, die mit einem behinderten Kind oft zu kurz kommt, zu helfen. Über das dort angewandte – „Training“ nach der TEACCH-Methode hatte ich schon einige positive Berichte gelesen und war sehr gespannt.

Ich bekam vom Jugendamt 4 Stunden Therapie genehmigt, und so vereinbarten wir zwei Nachmittage in der Woche, von denen einer im „ Leuchtturm“ und einer als Hausintervention stattfindet. Anfangs tat sich mein Sohn schwer mit der neuen Situation, er wich mir nicht von der Seite. Es braucht eben alles seine Zeit und diese konnte Robbie sich nehmen. Alles Neue und Ungewohnte bedeutet großen inneren Stress und Verunsicherung für Autisten. Aber Frau Rickert und Robbie haben das prima gemeistert und sehr zu meiner Freude zeigte Robbie bald gute Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Danach lernte er in einem hohen Tempo und er zeigte Fähigkeiten, dass ich sprachlos war. Robbie legte einfache Puzzles, sortierte Farben und Formen, fing an zu malen oder besser kritzeln – wie man möchte. Solche Dinge kannte ich von meinem Sohn kaum und war über sein Verständnis für die Übungen total erstaunt. So konnte ich sehen, was ihm zuzumuten ist. Ich muss gestehen, dass ich ihm immer zu wenig zugetraut habe. Nach jeder Aufgabe folgt eine kurze Pause zum Entspannen und dann ist wieder Konzentration gefragt. Robbie bestimmt das Lerntempo, was immer wieder zu jeder Übung neu angepasst wird. Ganz großen Wert wird auf viel Lob für gut gemachte Übungen gelegt.

Darauf reagieren die Kinder toll, Robbies Gesicht erstrahlt jedes Mal, wenn er gelobt wird. Er wartet richtig darauf. Manchmal hält er mitten in der Bewegung inne und setzt seine Übung erst fort, wenn er das in seinen Augen verdiente Lob erhält. Das funktioniert ganz toll und ist eine riesige Motivation für ihn. Durch diese auch für mich neue Erfahrung lernte ich, Robbie im Alltag auf verschiedene Weise herauszufordern, was uns bei Erfolgen natürlich große Freude bereitete. Klappt etwas nicht oder nicht gut, war gleich ein neuer Ansatz zum Üben mit Frau Rickert gefunden.

Natürlich kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Schaukeln, Klettern, mit dem Rollbrett fahren und auch mal ausgelassenes Toben gehört als Entspannungsphase genauso zur Therapie wie das konzentrierte Lernen. Die Pausen dürfen von Robbie mitbestimmt werden. Durch diese kleinen „Belohnungen“ hat er immer ein Ziel, für das es lohnt sich anzustrengen.

Jedenfalls ermöglicht die individuelle Arbeit und speziell auf seine Bedürfnisse ausgerichtete Therapie in der Ambulanz, dass er Freude an sinnvoller Beschäftigung findet und Fähigkeiten zu Tage fördert, an die ich ehrlich gesagt nicht im Traum gedacht habe. Ich bin sehr stolz auf Robbie, wenn er wieder etwas Neues gelernt hat und durch die Hausbesuche werde ich und bei Bedarf der Rest unserer Familie angeleitet, die gelernten Dinge auch zu Hause umzusetzen. So kann ich Robbie schon mal eine kleine Aufgabe geben, z. B. mit Holzperlen eine Kette fädeln oder Dinge nach Farben sortieren, die er dann allein ausführt. Noch vor einem halben Jahr war so etwas aussichtslos. Durch regelmäßige Übungszeiten auch zu Haus ist der Alltag etwas strukturierter, aber wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, denn das soll ja erst der Anfang sein.

Robbie hat eine fast eigene, größtenteils unverständliche Sprache entwickelt, die unbedingt noch der unsrigen „angepasst“ werden muss. Wir kämpfen praktisch um jedes neue Wort und mittlerweile zeigt er auch selbst Interesse, Wörter nachzusprechen und teilweise auch richtig anzuwenden. Frau Rickert hat mir Methoden gezeigt, wie ich Robbie dazu bringe, seine Wünsche verbal zu äußern und es ist jedes Mal ein kleines Fest, wenn wieder ein Wort gelungen ist. Selbst von der Logopädin aus dem Kindergarten habe ich positive Resonanz bekommen und das zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Erzieherinnen, Ergo- und Physiotherapeuten bestätigen mir ebenfalls Robbies gute Entwicklung im letzten Jahr.

Wir fühlen uns im „Leuchtturm“ sehr gut aufgehoben, für meine Probleme finde ich immer ein offenes Ohr und alle Mitarbeiter sowohl vom Verein als auch vom Therapiezentrum engagieren sich sehr und das gibt mir auch die Kraft zum Durchhalten. Auch wenn es manchmal sehr anstrengend ist, für Robbie genauso wie für mich, nach einem Arbeits- bzw. Kindergartentag noch mal zu „arbeiten“, sind die bisherigen Ergebnisse immer wieder genug Motivation für uns. Ich bin optimistisch, dass sich die Mühe und der Aufwand für alle Beteiligten lohnen. Nicht zuletzt merkt auch Robbie selbst, dass er Erfolge erzielt. Er eckt nicht mehr so oft an und ist ausgeglichener geworden. Seine Umwelt versteht ihn besser und er kann sich in einem bestimmten Rahmen sicherer verhalten.

Ich hoffe, dass ich mit meinem Bericht einigen Menschen Mut machen kann, auch mal über den eigenen Schatten zu springen und Hilfe anzunehmen. Sicher fällt es manchmal nicht leicht, einen streng strukturierten Alltag konsequent durchzuführen, es kommt immer mal unplanmäßig etwas dazwischen, aber genau dann ist es wichtig, nicht allein dazustehen und Hilfe von außen zu bekommen.

Verfasserin: Nadine B. – Mutter von Robbie (5 Jahre), März 2008