Autismus Magdeburg e.V.

Der Verein „Autismus Magdeburg e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein, in dem sich Menschen vor vielen Jahren zusammengeschlossen haben, die von dem Thema Autismus betroffen sind. Ziel ist es, Gedanken und Ideen zum Thema auszutauschen und betroffenen Menschen sowie deren Angehörigen Hilfe zu bieten.

 

 

Was bedeutet es anders zu sein?

Autismus ist eine tiefgreifende neurologische Entwicklungsstörung, die zu einer beeinträchtigten Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung führt. Die Auswirkungen einer Autismus-Spektrum-Störung zeigen sich vor allem darin, dass es den Betroffenen schwerfällt, Beziehungen zu ihren Mitmenschen aufzubauen, Emotionen zu zeigen und Empathie zu empfinden. Sie können sich teils schlecht verständlich machen bzw. neigen sie dazu, sich ausschließlich über favorisierte Themen zu unterhalten. Eine frühzeitige Diagnose durch einen Facharzt ist die wichtigste Voraussetzung, um einen individuellen Therapieplan zu erstellen. Unser Team unternimmt alles nur Mögliche um den Auswirkungen der Entwicklungsstörung entgegenzuwirken.

viele Therapiemöglichkeiten

Unser Team kann eine breite Palette an autismusspezifischer Therapie anbieten.

Unser Ziel.

Wir sind Anlaufpunkt und Unterstützer im Alltag.

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kostenloses Erstgespräch

Wir bieten Interessenten ein kostenloses Erstgespräch.

10 Jahre Autismus- Förder- und Therapiezentrum „Leuchtturm“

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Autismus- Förder- und Therapiezentrum "Leuchtturm" fand am 17. September 2017 im Gesellschaftshaus in Magdeburg ein Benefizkonzert statt. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Familie Neuhaus, die sich sehr engagiert...

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Soziales Kompetenztraining in den Sommerferien (Teil 2)

Auch die weiteren Gruppen für soziales Kompetenztraining, die in den Ferien stattfanden, waren spannend für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen. Eine Gruppe tobte sich bei Sportspielen in der Turnhalle und im Freien aus, eine Gruppe war gemeinsam mit den...

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Besuch von der Polizei

Der Anlass war aber ein erfreulicher: Die Regionalbereichsbeamten der Polizei für den Bereich Ostelbien, Frau Hendrich und Herr Redmann, statteten dem Leuchtturm in der zweiten Ferienwoche einen Besuch ab. Im Rahmen einer Gruppe für soziales Kompetenztraining...

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Leuchtturm

Therapiezentrum in der Burchardstraße 21 39114 Magdeburg

Das Autismus- Förder- und Therapiezentrum „Leuchtturm“ ist ein ambulantes Leistungsangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, bei denen eine Störung aus dem autistischen Spektrum diagnostiziert wurde. Die Arbeit der Einrichtung ist maßgeblich gekennzeichnet durch individuelle Fördermaßnahmen für die Betroffenen selbst und durch intensive Beratung, Anleitung und Unterstützung der Personen ihres sozialen Umfeldes. Diese Arbeit wird durch Fachleistungsstunden geleistet, die in Abhängigkeit vom individuell festgestellten Förderbedarf stattfinden.

Das Fachpersonal wird aus (Fach-)Hochschulabsolventen der Bereiche Heil-, Sonder- und Sozialpädagogik bzw. vergleichbaren Studienrichtungen sowie Psychologie gebildet. Seelische Behinderungen bedürfen einer pädagogischen und psychologischen Unterstützung, die spezifische Kompetenzen und Erfahrungen im Umgang mit den individuellen Bedarfen erfordern.

Die Voraussetzung einer Förderung durch das Autismus- Förder- und Therapiezentrum „Leuchtturm“ ist die Diagnose einer Störung aus dem Autismus-Spektrum. Möglichkeiten der Diagnosestellung in Sachsen-Anhalt sind hier zu finden.

Leistungsspektrum

In Anbetracht der Komplexität und äußerst individuellen Ausprägung autistischer Merkmale beim einzelnen Menschen, sowie deren tiefgreifenden Auswirkungen auf die alltägliche Lebensgestaltung, stützt sich die Arbeit des Förderzentrums auf drei wesentliche Förderbereiche:

Schulbegleitung, Hausintervention und ambulante Förderung im „Leuchtturm“. In allen Förderbereichen findet ein mehrdimensionaler Ansatz Anwendung. Nur so ist es möglich, betroffene Personen derart zu fördern und zu unterstützen, dass sie zu einer möglichst selbstständigen Lebensführung und Alltagsgestaltung fähig sind.

Schulbegleitung

Ziel der Schulbegleitung ist das Schaffen einer Grundlage, durch die die betroffenen Personen ein weitestgehend selbstständiges und gesellschaftlich sowie beruflich integriertes Leben führen können. Daher zielt diese Maßnahme auf eine tendenzielle Rücknahme der Unterstützung.

Nach einer individuellen Bedarfsermittlung erfolgt eine autismusspezifische Förderung, die u.a. folgende Ziele verfolgt:

– individuelle Unterstützung, Begleitung und Interessenvertretung im Schulalltag
– Organisation des Lernens nach dem TEACCH-Prinzip
– Eine am individuellen Bedarf abgestimmte Analyse der Schul-, Klassen- und Lernsituation
– Unterstützung in Konfliktsituationen und Erarbeitung von Bewältigungsstrategien
– Kleinschrittige Anpassung, Strukturierung und Visualisierung von Aufgaben
– Setzen von Handlungsimpulsen
– Erarbeitung von Kompensationsstrategien
– Förderung der nonverbalen Kommunikation
– Stützer bei der Gestützten Kommunikation sein und Hilfestellungen geben
– Mittler bei der Anwendung unterstützender Kommunikationsmittel sein
– Rückzugsmöglichkeiten bei Reizüberflutungen gestalten
– Erarbeitung, Erläuterung und Einführung von Verstärkerplänen
– Strukturierung der Lernumgebung
– Einführung geeigneter autismusspezifischer Hilfsmittel für den jeweiligen Klienten und zur Weiterführung für das Schulpersonal+Gestaltung von Pausen und Lernanlässen nach individuellen Erfordernissen

Ambulantes Angebot

Das ambulante Angebot des „Leuchtturms“ findet in unterschiedlichen Settings statt. Es unterteilt sich in ambulante Einzelförderung sowie soziales Kompetenztraining in Gruppen.

Bei der ambulanten Einzelförderung arbeitet der Klient mit einer Störung aus dem Autismus-Spektrum allein und in einem geschützten Rahmen u.a. an folgenden Zielen:

– Entwickeln und Festigen von Fähigkeiten und Handlungsstrategien im sozialen Kontext
– Aufnahme und Gestaltung von Kontakten
– verbale und nonverbale Kommunikationsformen kennenlernen und einsetzen zur sozialen Interaktion
– Verbesserung von Selbst- und Fremdwahrnehmung
– Strukturierung des Alltags und lebenspraktischer Fertigkeiten
– Strategien erlernen, um Reizüberflutung entgegenzuwirken und somit Rückzug, repetetives Verhalten, Stereotypien, Aggressionen u.a. zu mildern
– Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit

Beim sozialen Kompetenztraining in Gruppen bestehen die Gruppen aus mindestens zwei annähernd gleichaltrigen Kindern bzw. Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung sowie den Bezugspädagogen jedes einzelnen Klienten.  Ziel ist es, eine transparente und verständliche soziale Situation zu schaffen, in der die Teilnehmer sich dem Kontakt mit anderen öffnen. Das positive Erleben und Verstehen sozialer Situationen bildet die Grundlage und Motivation für das soziale Lernen.

Ziele im gruppentherapeutischen Setting:

– (soziale) Initiative ergreifen
– aufeinander reagieren
– Kontakt (angemessen) gestalten
– miteinander etwas tun / kooperieren
– Regeln einhalten (Gruppenregeln, Spielregeln, allgemeine soziale Regeln)
– warten können
– sich abwechseln
– miteinander teilen
– verlieren können
– sich (vor anderen) etwas trauen
– sich entscheiden
– Kompromisse finden und akzeptieren
– Aufforderungen folgen
– Umgang mit Frustration und Kritik
– Gefühle erkennen und (angemessen) ausdrücken
– Verhalten unterlassen, das andere stört / Selbstkontrolle
– Aufklärung über Autismus-Spektrum-Störungen
– Reflexion und Training alltagspraktischer Tätigkeiten (z.B. Verabredungen treffen, Telefonate führen, Körperhygiene)

Hausintervention

Bei autistischen Menschen kommt es häufig zu unangemessenem und zum Teil auch aggressivem Verhalten im Elternhaus. Ziel der Hausintervention ist es, den Eltern Hilfen und Strategien für den Umgang mit dem autistischen Kind zu vermitteln, um auffälliges Verhalten zu mindern. Auch die Verbesserung der Geschwisterbeziehung ist ein wesentliches Ziel der Hausintervention.

 

Weitere Förderziele in Abhängigkeit vom Bedarf im Einzelfall:

– Transfer erlernter Fertigkeiten und Fähigkeiten ins Elternhaus
– Entwickeln und Festigen von Fähigkeiten und Handlungsstrategien im sozialen Kontext
– Aufnahme und Gestaltung von sozialen Kontakten
– verbale und nonverbale Kommunikationsformen kennenlernen und einsetzen zur sozialen Interaktion
– Verbesserung von Selbst- und Fremdwahrnehmung
– Strukturierung des Alltags und lebenspraktischer Fertigkeiten
– Strategien erlernen, um Reizüberflutung entgegenzuwirken und somit Rückzug, repetetives Verhalten, Stereotypien, Aggressionen u.a. zu mildern
– Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit

Elterncafé

Unser Elterncafé ist eine vierteljährliche Veranstaltung in unserem Therapiezentrum, bei der Eltern die Möglichkeit haben sich mit Gleichgesinnten in einem professionellen Rahmen auszutauschen. Einige unserer Mitarbeiter sind ebenfalls vor Ort um Fragen bestmöglich zu beantworten. Die Elterncafés finden jeweils von 15 bis 17 Uhr in den Räumlichkeiten des „Leuchtturm“ statt. Um eine Anmeldung eine Woche vor dem jeweiligen Termin per Mail an leuchtturm@autismus-magdeburg.de oder telefonisch unter 0391/818 94 92 wird gebeten.

17.11.2017

23.02.2018

20.04.2018

15.06.2018

Tagesgruppe

Teilstationäres Angebot in der Schule am Wasserfall

Die Tagesgruppe ist eine teilstationäre Einrichtung für Kinder und Jugendliche, deren Störung dem autistischen Spektrum zuzuordnen ist. Sie zeichnet sich durch besonders individuelle Hilfe, Förderung und Begleitung von Mädchen und Jungen ab dem Schulbeginn und deren Eltern aus. Auch wenn autistische Menschen sehr selbstbezogen sind, so wollen wir ein gut ausgewogenes Gruppenklima schaffen. Dazu gehören das behutsame Annähern sowie eine intensive personelle Zuwendung mit verlässlichen Beziehungen. Wir werden die Kinder in Kleinstgruppen und Einzelförderung unmittelbar nach Beendigung der Unterrichtszeit betreuen.

Aufgenommen werden Kinder, die eine Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche laut § 35a benötigen. Der Einzugsbereich ist Magdeburg und die nähere Umgebung.

Methodik

Die intensive Förderung der Kinder und Jugendlichen mit Autismus beruht auf einer individuellen Förderplanung, die sich auf alle Entwicklungsbereiche bezieht. Die Grundlage dieser Förderung bilden die heilpädagogische Diagnostik in Form von Beobachtung sowie das Entwicklungs- und Verhaltensprofil für Kinder (PEP-R) und für Jugendliche und Erwachsene (AAPEP).

Die Besonderheiten der autistischen Störung haben erheblichen Einfluss auf die Lernprozesse der Kinder. Wie andere Kinder über Nachahmung und verbale Wissensvermittlung zu lernen, ist für sie nur eingeschränkt möglich. Daher sind besondere Hilfen, die umfassend ansetzen sowie eine spezielle Gestaltung der Lernsituation erforderlich. Die zielgerichtete Förderung des Kindes bzw. Jugendlichen in der Fördertagesgruppe setzt an den Stärken und Interessen an und begegnet dem meist unebenen Entwicklungsprofil mit individuellen Materialien und Aufgaben. Die ganzheitliche Förderung in der Tagesgruppe beruht auf einer Vielzahl autismusspezifischer, individuell eingesetzter Methoden und Förderansätze. Hierzu gehören die Visualisierung und Strukturierung nach dem TEACCH Ansatz, das Führen in problemlösenden Alltagsgeschehnissen nach Affolter, die unterstützte Kommunikation und Sprachanbahnung uvm.

Insbesondere beim frühkindlichen Autismus kommt es häufig zu einer gestörten Sprachentwicklung. Beeinträchtigt sind hierbei nicht nur die verbale Sprache, sondern auch die nonverbalen Ausdrucksfähigkeiten und das Sprachverständnis. Als Ursachen hierfür sind die gestörte auditive und orofaziale Wahrnehmung, sowie die eingeschränkte Fähigkeit, zu imitieren, zu nennen. Ein weiterer entscheidender Faktor ist das bereits im Baby- und Kleinkindalter fehlende Interesse zu kommunizieren. Da in der Tagesgruppe die Kommunikationsfähigkeit ein wichtiger Förderschwerpunkt ist, setzen wir verschiedenste Therapiemethoden ein, um den Beeinträchtigungen entgegenzuwirken:

– Hörtontrainer (zur Verbesserung der auditiven Wahrnehmung; Richtungshören, lautstärkendifferenzierte Wahrnehmung)
– Mundstimulation und Sprachfunktionsübungen (zur Verbesserung der orofazialen Wahrnehmung)
– Verbesserung der Imitation mittels verhaltenstherapeutischer Lernprogramme
– Verbesserung des Sprachverständnisses (Arbeit mit  realen Gegenstände, Bildkarten etc.)
– Verhaltenstherapeutische Sprachanbahnung und -aufbau (Blickkontakt einfordern, Imitation von Lauten, Silben, ganzen Wörtern)

Neben der gezielten Förderung in den Räumlichkeiten der Fördertagesgruppe ist die Eltern- und Familienarbeit ein unverzichtbarer Schwerpunkt. Im Mittelpunkt stehen die Vermittlung von Verständnis für das Verhalten des Kindes, Hilfen für den alltäglichen Umgang mit dem Kind und konkrete Anleitungen für eine beständige Entwicklungsförderung.

Häusliche Interventionen, Elterngespräche, Kriseninterventionen, Elterngesprächskreise, Elternweiterbildungen sowie ein gemeinsames Elternwochenende stellen den Rahmen einer intensiven Betreuung und Beratung der Familie dar.

Erfahrungsberichte

Wie gestaltet sich der Alltag mit einem autistischen Kind? In den Erfahrungsberichten von Eltern, dessen Kindern bei uns in der Therapie waren/sind, erhalten Sie einen Einblick in die Alltagssituationen der Familien.